Harvey Keitel in Smoke mit Fotoprojekt

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In diesem Blog stelle ich Filme vor, die mich auf besondere Weise berühren oder beeindrucken. Dabei ist es mir wichtig, Filme unabhängig von Epoche, Herkunft oder Genre offen und unvoreingenommen analysieren zu können. Meine Filmauswahl soll schliesslich die ganze Bandbreite von Arthouse über B-Movies bis hin zu Studio- und Mainstream-Filmen abdecken.

Filme können auf unterschiedliche Weise betrachtet und bewertet werden, und genau das macht den Diskurs und die Auseinandersetzung darüber so spannend. Ich konzentriere mich hier auf aussergewöhnliche und auch kontroverse Werke, die auf mehreren Ebenen faszinieren und eine vertiefte Reflexion verdienen. Da ich eine tiefgehende Analyse schätze, um dem Werk gerecht zu werden, nehme ich mir in meinen Filmrezensionen die Zeit, ausführlich zu sein und das cineastische Erlebnis vollumfänglich wiederzugeben.

Die Filmkritik bewertet Filme oft aus einer intellektuellen Perspektive, was ich grundsätzlich nicht ablehne, doch für mich zählt ein anderer Aspekt mehr. Was mich an Filmen besonders fasziniert, ist ihre Fähigkeit, Emotionen zu wecken. Ich schätze Filme, die durch Bildsprache und Atmosphäre berühren, und die Musik spielt für mich eine zentrale Rolle. Filme sollen spürbar sein, physisch und emotional – nicht verkopft. Wie Alfred Hitchcock in seinem berühmten Gespräch mit François Truffaut betonte: Das Visuelle soll das Publikum in Atem halten. Das Rechteck der Leinwand muss mit Emotionen aufgeladen sein. Mein Anspruch an die Filmkunst ist, dass mich ein Film anregen, bewegen und berühren soll, unabhängig von Genre und Herkunft.

Ein besonderer Schwerpunkt meines Interesses liegt auf der musikalischen Gestaltung von Filmen – ihrer Anwendung, ihrem gezielten Einsatz und ihrer Wirkung. Als grosser Musikliebhaber fasziniert es mich, wie Musik filmische Stimmungen formt, Emotionen verstärkt und Erzählungen lenkt. Besonders Tanz- und Musik-Sequenzen in Filmen haben es mir angetan, ebenso die Frage, welche dramaturgischen Funktionen ein Soundtrack erfüllt und welche Impulse er beim Publikum auslöst. Daher werde ich mich in meinem Filmblog verstärkt diesem Thema widmen und die Rolle der Musik im Kino genauer beleuchten.

  • MOONLIGHT (2016)

    MOONLIGHT gehört für mich zu den prägendsten Filmerlebnissen der letzten zwanzig Jahre, weil er eine ungewöhnliche emotionale Wucht entwickelt und sich seinen Oscar-Gewinn letztlich konsequent verdient hat. Es entsteht eine sinnliche, fast körperliche Filmerfahrung: Bilder, Rhythmus und Klang greifen ineinander und erzeugen eine Wirkung, die weniger beschrieben als erlebt werden kann.

  • Duel

    DUEL (1971)

    Wenn jemand mit so minimalen Mitteln einen so eindringlichen Film wie DUEL realisiert, muss er etwas auf dem Kasten haben. Bereits als 25-jähriger Regisseur zeigte Steven Spielberg, dass er die Essenz des Kinos zu destillieren versteht. Ihm gelingt es, über weite Strecken eine enorme Spannung aufzubauen, sodass sich DUEL als kompromissloser, fast elementarer Action-Horror-Thriller entfaltet – obwohl er weder auf eine komplexe Story noch auf ausgefeilte Dialoge oder spektakuläre Schauspielerleistungen angewiesen ist.

  • BANDE À PART (1964)

    DIE AUSSENSEITERBANDE ist für mich ein kleiner Gangsterfilm der Extraklasse. Jean-Luc Godard verbindet hier erneut Genrekino mit Momenten des erzählerischen Stillstands, in denen sich weniger die Handlung als vielmehr die Figuren und ihre Lebensfragen entfalten. Eleganter, zugänglicher, lässiger und witziger ist ihm dies in seiner gesamten Karriere wohl kaum je gelungen.